Lackieren mit Metronom
Ein Gebäude, das ganzjährig eine Temperatur zwischen 22 und 26 Grad aufweist, ohne Heizung und ohne Klimaanlage? Beim neuen Gebäudekomplex von Wirtschaft Arbeit Soziales (WAS) des Kantons Luzern ist genau das Realität. Das neue Sozialversicherungsgebäude auf dem Areal Eichhof West in Kriens bietet rund 600 Arbeitsplätze und funktioniert nach dem Prinzip «2226». Der massive Baukörper aus Beton speichert Wärme und sorgt für stabile Temperaturen. Eine luftige Ziegelschicht umhüllt das Gebäude und wirkt als natürliche Dämmung. Doch die eigentlichen Schlüsselakteure sind die Fenster. Sie sind hoch wärmegedämmt und minimieren Energieverluste. So bleibt die im Innern entstehende Wärme von Menschen, Beleuchtung und Geräten im System und wird sinnvoll genutzt. Gleichzeitig lassen sich die Fenster gezielt öffnen und ermöglichen eine kontrollierte Lüftung.
Holzgitter für mehr Sicherheit
4B aus Hochdorf lieferte für die zwei Gebäude unter anderem rund 950 Festverglasungen inklusive motorisierter Lüftungsklappe, die sich nach aussen öffnet. Dafür waren auch fast so viele Durchgreifschutz-Holzgitter nötig. Wozu sie dienen, erklärt 4B-Projektleiter Winfrid Baumgartner: «Die Holzgitter wurden am Fenster vor der motorisierten Lüftungsklappe montiert. Der Durchgreifschutz soll die Mitarbeitenden davor schützen, beim steuerungsbedingten Schliessen der Lüftungsklappe versehentlich ihre Finger im Falzbereich einzuklemmen.» 4B suchte nach einem Lieferanten für die Holzgitter und vergab den Auftrag an Brändi. «Wir versuchen immer wieder, Produktionsarbeiten an Brändi zu vergeben, und waren überzeugt, dass die Durchgreifschutz-Holzgitter mit ihrer Bauweise und den erforderlichen Terminen genau der richtige Auftrag für Brändi wäre.» Winfrid Baumgartner schätzte es sehr, dass Brändi das Gesamtpaket liefern konnte.
Umfangreicher Auftrag
In zwei Etappen stellte Brändi in der Schreinerei Kriens 925 Durchgreifschutz-Holzgitter in acht verschiedenen Sorten her. Im Vergleich zu anderen Arbeiten für 4B war dieser Auftrag sehr umfangreich und beschäftigte rund 12 Mitarbeitende und Lernende. In zahlreichen Arbeitsschritten entstanden aus Klotzbrettern fertig lackierte Elemente. Massivholz zuschneiden, hobeln, schleifen, Löcher bohren, zusammenbauen, grundieren und vieles mehr war nötig, bis die Holzgitter nach der Endkontrolle ausgeliefert werden konnten. Eine Herausforderung des Auftrags war das Volumen: «Aufgrund der hohen Stückzahl hat es sich gelohnt, clevere Lehren für den Zusammenbau herzustellen», erklärt Jonas Leder, Verkaufs- und Produktionsplaner der Schreinerei Kriens. Die Lehren mit Schnellspannern ermöglichten ein effizientes Arbeiten beim Verleimen der Gitter.
Im Takt zur perfekten Qualität
Links, rechts, links, rechts – das Lackieren der Gitter erforderte einen gleichmässigen Rhythmus. Es ist eine Kunst, weder zu viel noch zu wenig Lack auf die Oberfläche zu spritzen. Daher kam beim Auftrag ein unübliches Werkzeug zum Einsatz, erzählt Jonas Leder: «Für das Lackieren nutzten wir erstmals ein Metronom. Es gab den Takt vor und ermöglichte ein gleichmässiges Auftragen des Lacks. Damit erreichten wir eine Topqualität, zusammen mit den exakt eintrainierten Abläufen.» Die Mitarbeitenden wirkten motiviert und mit Stolz am Auftrag mit, da sie für 4B arbeiten durften und das Endprodukt in einem öffentlichen Gebäude zum Einsatz kommt. Winfrid Baumgartner ist mit dem Endergebnis, aber auch mit dem gesamten Prozess sehr zufrieden: «Wir haben die Zusammenarbeit als sehr angenehm und partnerschaftlich erlebt. Auch als es gegen Ende der Bauphase etwas hektischer wurde, unterstützte uns Jonas Leder mit seiner Flexibilität, so dass wir das Objekt termingerecht und erfolgreich abschliessen konnten.»
Jahrelange Partnerschaft in Hochdorf
In Hochdorf befinden sich die Standorte von Brändi und 4B in unmittelbarer Nachbarschaft, und auch dort arbeiten die beiden Unternehmen seit Jahren eng zusammen. Im Rahmen des Personalverleihs sind täglich zwei Brändi-Mitarbeitende vor Ort bei 4B, bei Bedarf werden zwei zusätzliche Mitarbeitende aufgeboten. Sie kümmern sich unter anderem um die Entsorgung und das Recycling des Verpackungsmaterials der Produktionslinie, bauen pro Monat bis zu 3 000 Griffsets zusammen und sortieren die retournierten Transportmanschetten, damit sie wiederverwendet werden können. 4B schätzt die Flexibilität von Brändi, aber auch die Arbeitsmoral der Mitarbeitenden. Clemente Pascarella, Teamleiter Lager in Hochdorf: «Die Brändi Mitarbeitenden arbeiten sehr zuverlässig und denken mit. Sie melden beispielsweise immer rechtzeitig, wenn die Pressmulde voll ist. Ich bin froh, sie im Team zu haben.»