Gemeinsam weiterkommen

 
 
 

Die Lernwerkstatt Olten liefert die Daten – den Rest übernimmt die Stiftung Brändi. Vom Druck über das Zusammenstellen der Ordner bis zum Versand. Die Unterlagen des Bildungszentrums bringen nicht nur die Kursteilnehmenden weiter, sondern auch jene Menschen, die die Ordner produzieren.

 
 

Zertifizierter Praxisausbilder, diplomierte Ausbildungsleiterin oder Bildungsmanagerin. Diese und alle anderen Abschlüsse der Lernwerkstatt Olten sind sehr gefragt. Das schweizweit führende Bildungszentrum für Erwachsenenbildung, Coaching und Mentoring vermittelt jährlich rund 1'500 Teilnehmenden auf lebendige Art spezifisches Fachwissen. Die Kursunterlagen lässt die Lernwerkstatt seit Jahren von der Stiftung Brändi drucken, konfektionieren und verschicken. Seit der Coronapandemie erfolgt der Versand nicht mehr an die 30 Kursstandorte, sondern direkt an die Privatadressen der Teilnehmenden. «Die Stiftung Brändi erhält die Bestellungen direkt über unser System, lädt die Druckvorlagen herunter und bestätigt den erfolgten Versand», erklärt Daniel Herzog, CEO und Gründungsmitglied der Lernwerkstatt Olten. «So gestaltet sich der Prozess zum Druck und Versand der Kursunterlagen für uns sehr einfach.» Für die Lernwerkstatt ist das eine grosse Entlastung. «Wir sind froh, den Prozess der Kursunterlagenproduktion und -logistik in kompetenten Händen zu wissen. Dies ist nicht unsere Kernkompetenz und gerne unterstützen wir dabei Organisationen, die Arbeitsplätze im zweiten Arbeitsmarkt anbieten.»

Jährlich produzieren die Mitarbeitenden der Stiftung Brändi rund 1'500 Ordner mit Kursunterlagen. Damit gehört die Lernwerkstatt Olten zu den Top 5 Kunden des Lettershops im AWB Rösslimatt in Luzern. Die Produktion beinhaltet zahlreiche Arbeitsschritte, angefangen bei der Kontrolle der Druckdaten, sagt Gruppenleiter Digitaldruck, Robert Baur: «Bevor wir unsere moderne Digitaldruckmaschine starten, prüfen wir immer, ob die aktuellste Version der Unterlagen im System verfügbar ist. Der Kunde schätzt diese zusätzliche Kontrolle.» Gedruckt wird auf A3-Bögen. Die weiteren Arbeitsschritte verlangen von den Mitarbeitenden der Stiftung Brändi volle Konzentration und viel Fingerspitzengefühl. Die gedruckten Papierbögen werden auf A4-Format geschnitten und mit dem Bohrer «gelocht».

Wie die Register und Unterlagen in die Ordner eingehängt werden, unterscheidet sich von Kurs zu Kurs. «Für jedes Lernmodul stehen unseren Mitarbeitenden Anleitungen für das Zusammenstellen der jeweiligen Ordner zur Verfügung», erklärt Robert Baur. «So wissen sie, ob es nun 15- oder 20-Register braucht und welche Register im Ordner allenfalls leer bleiben.» Die Mitarbeitenden holen das Material selbstständig im Lager und «hängen» alles in die Ordner. In der korrekten Reihenfolge. Behutsam. Das Papier muss auch nach dem Einhängen immer noch wie neu aussehen. «Für Aufträge dieser Art ist ein hohes Qualitätsbewusstsein und ein gutes Papiergefühl gefragt. Das können unsere Mitarbeitenden erfüllen.» Zum Schluss werden die Ordner kontrolliert, bandagiert, verpackt und verschickt. Von der Produktion bis zur Logistik – der Lettershop übernimmt für Kunden den gesamten Prozess. «Es ist eine wertvolle Beschäftigung mit Förderpotenzial», sagt Robert Baur. «Die Mitarbeitenden können an den Arbeiten wachsen und ihre Fortschritte beobachten. Das steigert ihr Selbstwertgefühl.»

Robert Baur spürt viel Wertschätzung und Dankbarkeit auf Seiten der Lernwerkstatt. Aus gutem Grund, sagt CEO Daniel Herzog: «Wir erleben die Stiftung Brändi als sehr engagiert, unkompliziert und flexibel. Wir schätzen die hohe Termintreue und dass sie sich an unseren Prozessen orientieren.» Die Bedürfnisse der Kunden geben auf beiden Seiten den Takt vor. Beispiel Digitalisierung. Alle Teilnehmenden der Lernwerkstatt erhalten die Kursunterlagen in digitaler Form als E-Skript. Zusätzlich erhalten sie auf Wunsch kostenlos eine gedruckte Version. Die Nachfrage ist weiterhin da, bestätigt Daniel Herzog: «Rund die Hälfte der Personen arbeiten mit dieser gedruckten Ausgabe, die die Stiftung Brändi für uns produziert. Wir gehen davon aus, dass Papier auch in mittlerer Zukunft von einem Teil der Kunden noch gewünscht wird.» Robert Baur teilt diese Einschätzung. «Es wird auch in Zukunft mit Papier gearbeitet, wenn auch selektiver.» Wird künftig etwas weniger gedruckt, trifft das den Lettershop nur begrenzt. «Drucken ist nur eine von vielen Dienstleistungen, die wir anbieten. Wir haben viele Kernkompetenzen. Unser Erfolg ist also nicht nur von Druckaufträgen abhängig.» Daher blickt Robert Baur zuversichtlich in die Zukunft und freut sich über alle, die im Leben nie ausgelernt haben. Es muss nicht immer ein anerkannter Abschluss sein. Auch kleine Fortschritte im Alltag beflügeln. 

Text: Manuel Huber, Fotos: Fotosolar

 

 
 

Die Lernwerkstatt Olten GmbH entstand 1997 durch eine gemeinsame Lernerfahrung der Gesellschafter. Heute ist sie das schweizweit führende Bildungszentrum für lebendige Erwachsenenbildung, wirkungsvolles Coaching und zielführendes Mentoring mit jährlich rund 1'500 Teilnehmenden an 30 Standorten in der ganzen Deutschschweiz.

www.lernwerkstatt.ch