Neues Wohnhaus gemeinsam entwickeln

 
 
 

Nach 50 Jahren wird das Wohnhaus Stöckli in Horw ersetzt. Der Neubau soll Rückzug und Begegnung ermöglichen. Das entspricht einem starken Bedürfnis der Bewohnenden, deren Wort bei der Planung ernst genommen wird.

 
 

Das Wohnhaus Stöckli wurde 1975 als Mehrfamilienhaus erstellt und von der Stiftung Brändi schrittweise für Wohnzwecke genutzt. «Ein Ersatzneubau drängt sich auf, weil Raumeinteilungen, Schallisolation, Erdbebensicherheit und sanitäre Anlagen heutigen Anforderungen nicht mehr genügen», erklärt Rebekka Röllin, Leiterin Bereich Wohnen.

Für die Stiftung Brändi war von Anfang an klar: In die Planung werden Personen mit unterschiedlichen Perspektiven einbezogen. Neben internen Stellen und Schlüsselpersonen aus Horw zählt vor allem das Wort der Bewohnenden. «Die UN-Behindertenrechtskonvention fordert die volle und wirksame Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung in der Gesellschaft», sagt Röllin. «Unser Neubau soll dazu einen Beitrag leisten, indem er eine gewisse Verbindung ins Quartier und in die Gemeinde Horw schafft.»

Sandra Remund ist Fachperson Wohnen und Leben im Alter bei Pro Senectute Kanton Luzern und begleitet die Stiftung Brändi bei diesem partizipativen Prozess. Ein Vorgehen, das sie unterstützt: «Damit entsteht ein Gebäude, das den Bedürfnissen der Bewohnenden und des Betriebs gerecht wird und dadurch eine hohe Aufenthalts- und Wohnqualität aufweist.» Dabei gilt es auch die Umgebung zu berücksichtigen. «Indem die Bedürfnisse der Menschen im Wohnhaus, auf dem Areal und teilweise im Quartier in den Prozess miteinbezogen werden, entsteht ein Gesamtkonzept, das sich nicht nur am Raum, sondern am Sozialraum aller beteiligten Menschen orientiert», so Remund weiter. Sie erlebt die Stiftung Brändi bei diesem Prozess als sehr offen und engagiert.

Die Vorstellungen der Bewohnenden für das «neue» Stöckli wurden mit einem Zukunftspostenlauf abgeholt. «Die Befragung zeigte vor allem, dass die Bedürfnisse sehr unterschiedlich sind – wie bei allen Menschen», sagt Rebekka Röllin. Eine der wichtigsten Erkenntnisse war: Das Areal und das Haus müssen Rückzug, aber auch Begegnung ermöglichen. Die verschiedenen Bedürfnisse fliessen nun in die Planung ein und werden den Neubau prägen. «Denn die Bedürfnisse der Bewohnenden sind sehr nachvollziehbar und weit weg von unrealistischen Wunschvorstellungen. Insofern nehmen wir diese sehr gerne ernst.» <


Von Manuel Huber, Bilder: arnetfotografik

 

 
 

Zeitplan
Für 2023 ist ein Studienauftrag mit mehreren Architekturbüros geplant. Voraussichtlich sollten dann im Sommer 2025 der Rückbau des bestehenden Hauses und der Spatenstich des Neubaus erfolgen. Der Bezug des neuen Gebäudes ist für Sommer 2027 vorgesehen.