Brändi Ökosystem: Internes Potenzial nutzen

 
 
 

Die Stiftung Brändi verfügt über viele Kompetenzen. Diese bietet sie extern mit grossem Erfolg an, nutzt sie aber auch intern. Das schafft Arbeits- und Ausbildungsplätze und fördert die Entwicklung der Mitarbeitenden – und funktioniert wie ein offenes Ökosystem.

 
 

Rund 1100 Arbeits- und Ausbildungsplätze in 9 Unternehmen. Berufslehren in 14 Branchen. Die Produktions- und Dienstleistungspalette der Stiftung Brändi reicht von Logistik über Elektrotechnik und Facilityservice bis hin zu kaufmännischen Arbeiten. Damit verfügt die Stiftung Brändi über einen grossen Schatz an Wissen und Erfahrung, was sie zu einem erfolgreichen Unternehmen und wertvollen Partner der Wirtschaft macht. Der Eigenfinanzierungsgrad liegt bei über 50 %.

«Die Breite der Branchen ist Teil unserer Schlagkraft», erklärt Thomas Menz, Leiter Bereich Arbeit und Berufliche Integration bei der Stiftung Brändi. «Daher können wir auch grosse oder komplexe Aufträge bewältigen, bei denen Fachwissen aus verschiedenen Branchen gefragt ist.» Externe Unternehmen beziehen aber auch einzelne Dienstleistungen von der Stiftung Brändi, etwa für Reinigungsarbeiten, E-Commerce oder Druckerzeugnisse. Es liegt auf der Hand, dass die vielfältigen Kompetenzen auch intern genutzt werden. Für Thomas Menz hat das zahlreiche
Vorteile: «Vorab müssen wir keine externen Leistungen einkaufen. Zudem schaffen wir Arbeits- und Ausbildungsplätze und geben Mitarbeitenden die Möglichkeit, auch intern wirtschaftsnah zu arbeiten.» Das ist vor allem für jene Mitarbeitenden wertvoll, die einen klaren Rahmen brauchen, um ihre Leistung abrufen zu können. Die Stiftung Brändi gibt ihnen Sicherheit. Als weitere Vorteile nennt Menz die kurzen Wege und die Treue der Mitarbeitenden. Das ist beispielsweise bei der Reinigung von Wohnhäusern ein wichtiger Aspekt, da man in die Privatsphäre der Bewohnenden eindringt.

«Gegenseitige Dienstleistungen werden vor allem in den Bereichen Administration, Verpflegung, Wäscherei, Gebäudeunterhalt, Druckerzeugnisse und Logistik erbracht», sagt Yvonne Lingg, Leiterin Rechnungswesen bei der Stiftung Brändi. «Der Umfang der pro Jahr erbrachten internen Leistungen beläuft sich auf fast 5 Millionen Franken.» Die Liste an intern genutzten Dienstleistungen ist lang. Einige Beispiele: Für das Rechnungswesen verarbeiten mehrere Mitarbeitende und Lernende aus der kaufmännischen Abteilung im AWB Rösslimatt die eingehenden Lieferantenrechnungen. «Die Rechnungen werden von ihnen gescannt, vollständig im ERP erfasst und an die zuständigen Personen zugeteilt», erklärt Yvonne Lingg. «Zusätzlich werden alle Kassenbücher aus unseren Unternehmen im AWB Rösslimatt verbucht. Damit nehmen diese Mitarbeitenden dem Rechnungswesen sehr viel Erfassungsarbeit ab und leisten einen wertvollen Beitrag zur Bewältigung des Workloads in der Buchhaltung.» Im Weiteren übernehmen die Wäscherei resp. Lingerie in Horw und Sursee den Grossteil der Wäsche der benachbarten Wohnhäuser. In den Grossküchen der Restaurants Rubinette und Cayenne werden die Menüs für die kleineren Restaurants an anderen Standorten zubereitet und mit dem Kurier ausgeliefert. Die Gärtnerei liefert selbst gezogenes Bio-Gemüse und Salat an die Restaurants. Die Abteilung Polydienste übernimmt die Unterhaltsreinigung in den Wohnhäusern und AWBs und kommt bei Renovationsarbeiten zum Einsatz.

Im Vergleich zu den Leistungen für externe Unternehmen machen die intern erbrachten Dienstleistungen einen deutlich kleineren Teil der Wirtschaftsleistung der Stiftung Brändi aus. Zudem sind sie nicht gewinnorientiert. «Unser Fokus liegt daher weiterhin auf Leistungen für die Wirtschaft», betont Thomas Menz. «Aber intern erbrachte Dienstleistungen zu nutzen, ist sinnvoll und dienlich.» Und jede Erweiterung von Kompetenzen ermöglicht es, neue Dienstleistungen auch intern zu nutzen. Das schafft Raum für die Entwicklung der Mitarbeitenden. Damit wird das «offene Ökosystem Brändi» noch durchlässiger und attraktiver für Menschen mit Beeinträchtigung. Als Arbeits- und Ausbildungsort. <

Von Manuel Huber, Bilder: Fotosolar